„Positiones Juris“ von von Johann Wolfgang von Goethe, Foto: FB der Universitätsbibliothek Breslau
In der Universitätsbibliothek Breslau/BUWr wurde eine Originalausgabe der juristischen Dissertation „Positiones Juris“ („Juristische Thesen“) von Johann Wolfgang von Goethe aus dem Jahr 1771 entdeckt. Die lateinische Schrift wurde in einer ganz kleinen Auflage gedruckt.
Wie die Universitätsbibliothek Breslau auf ihrer Facebook-Seite berichtet, habe der damals 21-jährige Student weitaus mehr Interessen an Literatur und Kunst gezeigt, dennoch habe er sein Jurastudium abschließen müssen. Deswegen habe Goethe seine Dissertation verfasst und auf deren Grundlage im August desselben Jahres die Prüfung abgelegt. Der künftige Dichterfürst sei damals völlig unbekannt gewesen und habe nur wenige Exemplare drucken lassen: für die Prüfungskommission, ausgewählte Professoren, sich selbst sowie seine engsten Freunde und Familienangehörigen. Das erkläre, warum weltweit bis heute so wenige Exemplare erhalten geblieben seien.
Die Schrift stammt aus der ehemaligen Majorats-Bibliothek der Grafen Yorck von Wartenburg in Klein- Oels/Oleśnica Mała. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war sie eine der größten und bedeutendsten Bibliotheken in Schlesien. Ihr riesiger Buchbestand mit circa 120.000 Bänden, der nach dem Krieg teilweise an die Universitätsbibliothek in Breslau übergeben wurde, umfasste zahlreiche Ausgaben von Klassikern, darunter auch Erstausgaben von Goethes Werken wie „Faust“ oder „Die Leiden des jungen Werther“. Was den Sammlerwert angeht, kann jedoch keine dieser Veröffentlichungen mit der gerade entdeckten Broschüre aus dem Jahr 1771 mithalten, die sich in der BUWr-Abteilung für Altdrucke (Signatur 906491) befindet. Gazetawroclawska.pl, mi
Porträt von Goethe, Abteilung für Grafik der Universitätsbibliothek Breslau, Foto: FB der BUWr








