Krone der böhmischen Könige Foto: Nationalmuseum in Breslau
Im Nationalmuseum in Prag kann man die Krone der böhmischen Könige
bewundern, die noch bis vor Kurzem im Nationalmuseum zu sehen war. Es handelt
sich um einen der wertvollsten archäologischen Funde Europas, dessen Wert auf
etwa 100 Millionen Euro geschätzt wird.
Wissenschaftlicher gehen davon aus, dass die goldenen Kroninsignien aus der
Schatzkammer des böhmischen Königs Karl IV. von Luxemburg in Prag stammen.
Diese Gegenstände gelangten nach Neumarkt in Schlesien (Środa Śląska), das
damals zur Böhmischen Krone gehörte, als Pfand für ein Darlehen, das bei
Kaufleuten aufgenommen wurde. Die finanziellen Mittel wurden vom König benötigt,
um sich den Titel „Kaiser des Heiligen römischen Reiches Deutscher Nation“ zu
sichern.
Die Königskrone wurde mit weiteren verpfändeten Kostbarkeiten Mitte des 14.
Jahrhunderts während der Pestepidemie in Neumarkt verborgen. Nach Ansicht
einiger Forscher könnte der Schatz in den Besitz des Bankiers Moses übergegangen
sein, der im Jahr 1348 in Breslau ein für ihn äußerst vorteilhaftes Darlehensgeschäft
abschloss
Der Schatz wurde zufällig am Samstag, dem 8. Juni 1985, entdeckt. Es war eine
Entdeckung von weltweiter Bedeutung. Unter den erhaltenen Fundstücken befanden
sich unter anderem etwa viertausend Silbermünzen – Prager und Meißner Groschen.
Eine weitere Entdeckung erfolgte am 24. Mai 1988 während des Abrisses eines der
Bürgerhäuser. Bis 2005 dauerten die Sicherung unter anderem von Fragmenten der
Krone oder einem auf das 13. Jahrhundert datierten Ring mit Inschrift, Perlen sowie
wertvollen Münzen. Als „Schatz von Neumarkt“ wird dies in der schlesischen Stadt
präsentiert. Am 24. April 2026 ist die Krone der böhmischen Könige nach Prag
zurückgekehrt. Bis zum 15. Oktober 2026 wird ein Teil des Neumarkter Schatzes dort
in der Schau „Die Přemysliden – eine herrschende Dynastie und ihre Zeit“ im
Nationalmuseum präsentiert.








