Prähistorisches Grab, Foto: Museum des Oppelner Schlesiens
Im Museum des Oppelner Schlesiens (Maly Rynek 7) kann man zur Zeit eine Schau „Zwei Wege ins Jenseits. Ein birituelles Gräberfeld der Lausitzer Kultur in Oppeln-Groschowitz/Opole-Groszowice“ besichtigen.
Die Sonderausstellung widmet sich einer prähistorischen Grabstätte aus der Zeit zwischen der Bronzezeit und der frühen Eisenzeit, die sich im Gebiet des Stadtteils Groschowitz/Groszowice: dem heutigen Oppeln/Opole befand. Direkt am rechten Ufer der Oder nutzte die hiesige Gemeinschaft der Lausitzer Kultur ab etwa 1200 v. Chr. fast 600 Jahre lang diese Nekropole und bestattete dort insgesamt etwa 250 Verstorbene. Es handelte sich überwiegend um Brandbestattungen, etwa 15 waren jedoch Skelett-Bestattungen. Sie zeichneten sich zudem durch eine reichhaltige Grabbeigabe aus, was auf eine hohe gesellschaftliche Stellung der Bestatteten hindeuten könnte, die möglicherweise zur Elite gehörten.
Die Besucher können sehen, wie die Gräber vor 3000 Jahren aussahen und welche Gegenstände darin gefunden wurden. Zu den präsentierten Fundstücken gehören etwa Perlen aus Bernstein und Glas sowie Metallschmuck. Die Ausstellung wird zudem durch Fundstücke aus den birituellen Friedhöfen in Schwieben/Świbie, Przeczyce und Bendin/Będzin-Łagisza bereichert, darunter Gegenstände, die in einem Grab entdeckt wurden, das als Schamanengrab interpretiert wird: unter anderem eines der ältesten Blasinstrumente, die jemals auf heutigem polnischem Gebiet gefunden wurden.
In der Sonderschau werden die Ergebnisse der seit Ende des 19. Jahrhunderts durchgeführten archäologischen Untersuchungen präsentiert, wobei man insbesondere auf die Arbeiten aus den 1960er Jahren eingeht. Einen wichtigen Bestandteil der Ausstellung bilden die Ergebnisse moderner Fachuntersuchungen ausgewählter Fundstücke, welche im Jahr 2024 im Rahmen des Projekts von Prof. Tomasz Purowski durchgeführt wurden.
Die präsentierten Exponate stammen aus dem Museum des Oppelner Schlesiens, dem Museum in Gleiwitz/Gliwice und dem Oberschlesischen Museum in Beuthen/Bytom.
Die Ausstellung in Oppeln läuft bis zum 27. Februar 2027. M. Ilgmann
Artefakte, Foto: Museum des Oppelner Schlesiens







