Dorothea Stempowska in ihrer Wohnung in Fürstenstein, Foto: Schloss Fürstenstein
Am Donnerstag, dem 8. Oktober 2026, findet die Beerdigung von Dorothea Stempowska statt, einer Verdienten Bürgerin der Stadt Waldenburg/Wałbrzych, Hüterin der Erinnerung an Fürstenstein/Książ, langjährigen Vorsitzenden der Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaft und der letzten Einwohnerin von Waldenburg, die sich noch an Fürstin Daisy von Pless erinnerte. Die Feierlichkeiten beginnen um 12.00 Uhr mit der Heiligen Messe in der Pfarrkirche St. Anna in der Wieniawskiego-Straße 6 in Waldenburg (Nieder-Salzbrunn)/Wałbrzych (Szczawienko). Im Anschluss an den Gottesdienst findet die Beisetzung auf dem Pfarrfriedhof in derselben Straße statt. Die Verabschiedung erfolgt im Rahmen einer offiziellen Zeremonie.
Ihre Teilnahme an den Feierlichkeiten haben unter anderem der Waldenburger Stadtpräsident
Dr. Roman Szełemej, die Woiwodin von Niederschlesien Anna Żabska, das Oberhaupt des Hauses Hochberg: Fürst Peter von Hochberg-Pless mit seinem Sohn Bolko sowie der Urenkel von Fürstin Daisy: Graf Clemens von Stauffenberg, mit seiner Frau Iris angekündigt.
Dorothea Stempowska verstarb am 1. Oktober 2026, umgeben von ihrer liebevollen Familie. Sie wurde 91 Jahre alt. Ihr ganzes Leben lang war sie mit Schloss Fürstenstein verbunden. Ihre persönlichen Erinnerungen ermöglichten es, diesen Ort aus der Perspektive der Bewohner, der Angestellten des Schlosses und ihrer Familien kennenzulernen. Für nachfolgende Generationen war sie eine Führerin durch eine Welt, deren Spuren in Dokumenten, auf Fotografien und in ihren Erzählungen erhalten geblieben sind.
Dorothea Stempowska wurde als Dorothea Wawrzyczek am 14. Februar 1935 in Fürstenstein: auf dem Anwesen des Fürsten von Pless geboren. Ihr Vater Edward Wawrzyczek war Sattlermeister in den herzoglichen Ställen, ihre Mutter Martha, geborene Menzel, Tochter des Fürstlichen Schmieds. Dorothea Stempowska lebt seit Jahrzehnten auf dem Fürstenanwesen: als es den Hochbergs gehörte, als es danach in den Besitz des Dritten Reiches überging, als nach dem Krieg über ein Jahr lang sowjetische Soldaten dort stationiert waren, später in der Zeit der Volksrepublik Polen und schließlich nach 1989 im nun unabhängigen Polen. Nach Abschluss der polnischen Grundschule nahm die Zeitzeugin eine Stelle im Büro des Staatlichen Hengstgestüts und später in der Hütte „Karol” in Waldenburg/Wałbrzych an. Im Jahr 1953 heiratete sie einen ehemaligen Häftling der Nazilager, Zygmunt Stempowski. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes nahm sie eine Stelle als Kassiererin in Fürstenstein/Książ an. Ab 1969, als das Geophysikalische Observatorium in Fürstenstein von der Polnischen Akademie der Wissenschaften gegründet wurde, war sie bis zu ihrer Pensionierung dessen Mitarbeiterin. Ihr Abitur am Erwachsenengymnasium legte sie 1974 mit einem sehr guten Ergebnis ab. Ihr ganzes Leben lang ließ sie sich von ihrer Mission leiten, die Verständigung zwischen dem polnischen und dem deutschen Volk zu fördern. Ihre Bemühungen und Anstrengungen wurden von den höchsten Stellen beider Länder anerkannt.
Seit dem 2. Oktober liegen im Waldenburger Rathaus und im Schloss Fürstenstein/Książ Kondolenzbücher aus. Einwohner und Besucher können darin Abschiedsgrüße und Beileidsbekundungen für die Familie hinterlassen. M. Ilgmann
Todesanzeige für Dorothea Stempowska







