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Schlesische Schatztruhe

Ring von König Sigismund I. kehrt aus Deutschland nach Krakau zurück

v.r.n.l. Museumsdirektor Prof.Dr.habil. Andrzej Szczerski, Kulturministerin Marta Cienkowska, Kuratorin Dr. Katarzyna Płonka-Bałus, Foto: Łukasz Gągulski/PAP

An der feierlichen Übergabe des Rings am 2. Juli in Krakau nahmen: Marta Cienkowska, Ministerin für Kultur und nationales Erbe; Prof. Dr. habil. Andrzej Szczerski, Direktor des Nationalmuseums in Krakau, sowie Dr. Katarzyna Płonka-Bałus, Kuratorin des Krakauer Czartoryski-Museums teil. Offiziell wurde der im Schmuckmuseum Pforzheim gefundene Ring am 17. Juni in Berlin an Kulturministerin Marta Cienkowska übergeben. Dies geschah im Rahmen des Deutsch-Polnischen Forums, das anlässlich des 35. Jahrestags des Nachbarschaftsvertrags organisiert wurde. Außer dem Schmuckstück wurden: Pergamentblätter der historischen mittelalterlichen Hymne „Gaude Mater Polonia“ sowie 11 Miniatur-Eisenbahnmodelle aus dem vor dem Krieg bestehenden Verkehrsmuseum in Warschau zurückgegeben.

„Die heutige Rückgabe ist Teil einer umfassenderen Veränderung. In den letzten Monaten ist tatsächlich ein Neuanfang in den deutsch-polnischen Beziehungen im Bereich der Rückgabe von Kulturgütern zu beobachten“, betonte Kulturministerin Marta Cienkowska.

Der Goldring mit einem 3,5 Karat schweren geschliffenen Diamanten wurde höchstwahrscheinlich in Italien Mitte des 16. Jahrhunderts hergestellt und steht symbolisch für die Pracht des Goldenen Zeitalters der Jagiellonen-Dynastie. Laut einem Brief von Bona Sforza an ihre Tochter Isabella Jagiellonka sollte er auf Wunsch von Königin Bona Sigismund I. auf seinem letzten Weg begleiten. Das historische Schmuckstück stammt ursprünglich aus der sogennaten Königlichen Schatulle der Fürstenfamilie Czartoryski in Krakau. Es handelt sich dabei um den wertvollsten, mit den königlichen Traditionen verbundenen Teil der Czartoryski-Sammlung. Man solle nicht vergessen, dass polnische Insignien nach der dritten Teilung durch die preußische Armee unwiederbringlich zerstört worden seien, weshalb jedes Objekt, das mit dem polnischen Königshof in Verbindung stehe, für Polen von unschätzbarem Wert sei, so der Direktor des Nationalmuseums in Krakau.


Der Inhalt der jahrzehntelang verschollenen Königlichen Schatulle galt als unwiederbringlich verloren. Den Durchbruch ermöglichte die wissenschaftliche Arbeit von Dr. habil. Ewa Letkiewicz von der Maria-Curie-Skłodowska-Universität in Lublin, die in ihrer Monografie über die Entdeckung des verschollenen Rings in den Beständen des deutschen Schmuckmuseums Pforzheim berichtete. Dort befand er sich als anonymes Ausstellungsstück. Daraufhin wurde ein formelles Verfahren zur Rückführung des Kulturguts eingeleitet.


Der Ring wurde 1791 vom polnischen Historiker Tadeusz Czacki aus dem Grab von König Sigismund dem Alten geborgen, der die nationalen Erinnerungsstücke vor der zunehmenden Bedrohung von außen schützen wollte. Vor dem Jahr 1813 wurde der Goldring zusammen mit anderen Erinnerungsstücken an die Monarchen der Sammlerin Fürstin Izabela Czartoryska geschenkt. Im Jahr 1876 gelangte er in das in Krakau gegründete Museum der Fürsten Czartoryski, und wurde im Juli 1939 zusammen mit dem gesamten Königlichen Schatz im Schloss Sieniawa versteckt. Die Erinnerungsstücke fielen höchstwahrscheinlich am 14. September 1939 den deutschen Truppen zum Opfer, als diese in Sieniawa einmarschierten. Der königliche Siegelring gelangte 1963 durch einen Ankauf in die Sammlung des Pforzheimer Museums. Jetzt kann man ihn im Czartoryski-Museum in Krakau sehen, wo auch unter anderem da Vincis „Dame mit dem Hermelin“ ausgestellt wird. Gov.pl, PAP, TVN24, mi

https://mnk.pl/wystawy/mnk-muzeum-czartoryskich/

Ring von König Sigismund dem Alten, Foto: Łukasz Gągulski/PAP

König Sigismund I. der Alte, Lucas Cranach der Jüngere, Werkstatt um 1555, Foto: BurgererSF, gemeinfrei

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Schlesien heute Nr. 7 2026