Die 1:1-Replik des Bernsteinzimmers in Mamerki ist jetzt fertiggestellt. Foto: Tourismusorganisation Ermland-Masuren
Im Museum von Mauerwald (Mamerki) ist der originalgetreue Nachbau des Bernsteinzimmers fertiggestellt worden. Das im Zweiten Weltkrieg verschollene Raumkunstwerk wurde auch in der ehemaligen masurischen Bunkeranlage vermutet. Seit vergangenem Jahr konnten Neugierige dort bereits die unvollendete Replik besichtigen.
Neu sind zusätzliche Wand- und Deckenpartien: Ein bisher von einem zwei Meter hohen Tapetenstreifen verkleideter Bereich unterhalb der Decke wurde nun durch weitere Bernstein-Imitationen ersetzt. Die Replik in Mauerwald wurde über einem Grundriss von zehn mal zehn Metern bei rund acht Metern Höhe errichtet. Statt echten Bernsteins kam eine Kunststoffmischung zum Einsatz, die die Lichtwirkung des Materials nachahmen soll. Verzierungen entstanden teils im 3D-Druck, der Holzboden wurde in Handarbeit gefertigt.
Ursprünglich am preußischen Hof geschaffen, gelangte das echte Bernsteinzimmer 1716 als Geschenk nach Russland. Katharina die Große ließ es später in ihren Palast in Puschkin (Zarskoje Selo) verbringen, von wo es im Zweiten Weltkrieg geraubt wurde. Sein Verbleib ist bis heute ungeklärt. Eine Spur führte unter anderem nach Mamerki, wo 2016/17 ergebnislos nach dem legendären Schatz gesucht wurde.
Die Bunkeranlage „Mauerwald“ wurde 1941 bis 1944 als Oberkommando des deutschen Heeres (OKH) genutzt. Sie liegt rund 18 Kilometer vom ehemaligen „Führerhauptquartier“ Wolfsschanze (Wilczy Szaniec) entfernt, nahe dem Mauersee (Jezioro Mamry). Heute befindet sich dort ein privat betriebenes Museum. Im vergangenen Jahr besuchten laut Betreiber rund 140.000 Gäste die Anlage in den masurischen Wäldern, darunter viele Busreisegruppen. Neben dem Pavillon mit dem Bernsteinzimmer-Nachbau gibt es auch ein Museum zur Geschichte der Anlage in einem der erhaltenen Bunker. Für die kommende Saison stellen die Betreiber eine weitere Attraktion mit Bernsteinbezug in Aussicht. www.mamerki.com/de








