Paweł Nowaczek und Marta Kędziora-Nowaczek bei der Ausstellungseröffnung, Foto: Schloss Fürstenstein
„Es ist für uns eine große Ehre, den Polen an einem so wunderschönen Ort wie Schloss Fürstenstein in Waldenburg/Wałbrzych ein so wichtiges Element der Geschichte, Kultur und Identität Japans präsentieren zu dürfen, wie es das Kunstschwert darstellt. Die Technologie seiner Herstellung hat sich seit über tausend Jahren nicht verändert“, betonte Hiroshi Kojima, Hofschmied des japanischen Kaisers, der online an der Schaueröffnung im Mai teilnahm. Die einzigartige Sammlung der polnischen Sektion der Gesellschaft zur Erhaltung des japanischen Kunstschwerts ist bis Ende dieses Jahres im Schloss Fürstenstein/Książ zu sehen.
In der Ausstellung sind unter anderem: ein Langschwert Katana aus dem 16. Jahrhundert, ein ikonischer Schwerttyp aus der Sengoku-Zeit, der Bizen Kiyomitsu zugeschrieben wird, ein Wakizashi (das kürzere Begleitschwert) von Kaneie – gefertigt vom Schmied Takeda Shingen – sowie ein Wakizashi für Jungen zu sehen. Darüber hinaus werden in Fürstenstein Yoroishoshi-Tantos gezeigt, die zum Durchstechen von Rüstungen dienten, sowie ein Tanto von herausragender Qualität aus dem 14. Jahrhundert: aus der Muromachi-Zeit. Ergänzt wird die Schau durch Holzschnitte von Yoshitoshi aus der berühmten Serie „100 Ansichten des Mondes“. Diese einzigartigen Objekte wurden dem Schloss von Marta Kędziora-Nowaczek und Paweł Nowaczek, den Gründern der polnischen Sektion der Gesellschaft zur Erhaltung des japanischen Kunstschwerts, als Leihgabe zur Verfügung gestellt.
„Die japanische Kunst konzentriert sich auf flüchtige Emotionen und Eindrücke, bei ständiger Anerkennung der Vorrangstellung der Natur als Ursprung der Kultur, was sich perfekt im minimalistischen Design widerspiegelt, das in jedem Lebensbereich präsent ist“, so Marta Kędziora-Nowaczek.
„Die Klinge eines japanischen Schwertes kann man stundenlang betrachten. Das darauf reflektierte Licht erzeugt verschiedene optische Effekte – man sieht darauf den Horizont, Berge oder die Jahresringe eines Baumes. Anhand dessen können wir feststellen, wer und wann dieses Schwert geschmiedet hat“, erklärt Paweł Nowaczek.
Das im Juni letzten Jahres eröffnete Kuriositätenkabinett im Schloss Fürstenstein/Książ ist die einzige Dauerausstellung, die sich ständig verändert. Die Rückkehr ins Schloss nach über 80 Jahren der originalen Barockvitrinen des Grafen Konrad Ernst Maximilian von Hochberg bildete die Grundlage für einen Dialog mit seiner historischen Sammlung von Kuriositäten, naturkundlichen Objekten, wissenschaftlichen Instrumenten und Kunstwerken. M. Ilgmann
Samurai-Schwerter, Foto: Schloss Fürstenstein
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