Wilfried Böhm (re.) Anfang der 1990er Jahre mit dem damaligen Präsidenten der Bundesanstalt für Arbeit Bernhard Jagoda (1940-2015) (2.v.re.) Foto: Schabe
Am 22. September verstarb der langjährige hessische CDU-Bundestagsabgeordnete Wilfried Böhm im Alter von 92 Jahren. Der christlichen und nationalen Werten verbundene Politiker war vor 1989 mit seinem entschiedenen Eintreten für die deutsche Einheit eine Art nationales Gewissen in den Unionsparteien. Wegen seines erfolgreichen Wirkens für die Verbreitung der in den 1980er Jahren zu sehr aus der Öffentlichkeit verbannten Nationalhymne, des Deutschlandliedes, wurde er auch „Böhm von Fallersleben“ genannt. Andere Medien bezeichneten ihn „Mister Zonenrand“, aufgrund seines Eintretens für durch die deutsche Teilung benachteiligte westdeutsche Regionen. Als Honecker 1987 von Bundeskanzler Kohl als Staatsgast empfangen wurde, demonstrierte Wilfried Böhm mit christlichen Studenten auf dem Bonner Münsterplatz unter dem Transparent „Die Mauer muss weg“. Er selbst sagte einmal: „Ich bin in die Politik gegangen, weil mein Vaterland geteilt war und ich dies unerträglich fand.“ Vorher hatte der Diplom-Volkswirt in Friedland, Uelzen und Gießen bei der Eingliederung von Lehrern, Studenten und Abiturienten geholfen, die aus der DDR geflüchtet waren.
Nach 1989 wurde aus dem Deutschland- ein Europapolitiker. Bis 2005 gehörte er der Parlamentarischen Versammlung des Europarates in Straßburg an, wo er die Aufnahme Polens und aller weiteren östlichen Nachbarvölker förderte und begleitete. Seit 2005 war er Ehrenmitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und verlieh Ehrenfahnen und Ehrenplaketten des Europarates an verdiente europäische Städte, die meisten in Polen, wo er viele Freunde gewann. Wilfried Böhm war über fünf Jahrzehnte verheiratet mit seiner Ehefrau Hilta, mit der er die Freude über fünf Kinder und eine wachsende Zahl an Enkelkindern teilte. Alfred Theisen







