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September 2026

Schlesisches Tagebuch von Alfred Theisen
​aus "Schlesien heute" Nr. 9/2026

Dr. Herbert Hupka, wahrscheinlich neben Rübezahl der bekannteste Schlesier und Vater des Schlesischen Museums zu Görlitz, starb am 24. August 2006, also vor 20 Jahren. Er war auch Politiker, aber in erster Linie ein gebildeter Intellektueller, der mehrere Sprachen beherrschte, ein Kunstkenner, der in eigenen Worten unzählige Ausstellungen eröffnete und Kontakt zu vielen zeitgenössischen Künstlern unterhielt, Autor und rekordverdächtiger, exzellenter Rezensent einer endlos langen Liste von Büchern, wie es kaum einen Zweiten gibt, und praktizierender  Katholik. Vor allem aber war er ein von den Nationalsozialisten und Sowjets samt ihren Vasallen und später auch deren Opportunisten in westdeutschen Medien und Politikkreisen verfolgter und geschmähter Zeitzeuge, der Irrungen und Tragödien des 20. Jahrhunderts am eigenen Leibe erfuhr und am Ende doch den Siegeszug der Freiheit - seiner christlichen und europäischen Ideale - erleben durfte. Zuletzt hat er in Polen mehr Anerkennung erfahren als in Deutschland und es wird ihm eine große Genugtuung gewesen sein, durch die polnische Stadtverwaltung seiner von ihm so geliebten Heimatstadt Ratibor 1999 als Ehrenbürger ausgezeichnet worden zu sein. 2005 konnte er noch in der Eichendorff-Stadt an der Oder im Kreise von Freunden wie Blasius Hanczuch und Dr. Josef Gonschior seinen 90. Geburtstag feiern. Bei der Trauerfeier in Ratibor im Herbst 2006 schloss der damalige polnische Oberbürgermeister und spätere Sejmabgeordnete Andrzej Markowiak seine Rede mit den Worten: „Ich beneide ihn um sein Wissen um Schlesien und er wird für mich ein Vorbild an Heimatliebe bleiben.“ Wir lassen Herbert Hupka, den wir in früheren Ausgaben wiederholt ausführlich gewürdigt haben, dieses Mal selbst zu Wort kommen, auch um den Lesern ein authentisches Bild von diesem großen Deutschen zu vermitteln (S. 34).


Den Namen Tomasz Czabanski wird bislang kaum einer gehört haben. Aber dieser Pole wurde jetzt von Deutschland geehrt, weil er unter anderem Tausenden deutschen Familien Aufklärung über deren vor 80 Jahren gefallenen oder vermissten Angehörigen verschafft hat (S. 24).


Nicht vor 80 Jahren, sondern heute tobt in Europa wieder ein horrender Krieg, der von einem ungebrochen imperialen Russland ausgeht, das durch den Hitler-Stalin-Pakt den Zweiten  Weltkrieg mit auslöste und bis heute seine Völkerverbrechen fortsetzt, ohne jemals eigene Schuldverstrickung aufgearbeitet, geahndet oder mit den überfallenen Nachbarvölkern in Ostmitteleuropa diskutiert zu haben. Wir unterstützen weiter den Bautzener Domladen bei seinen konkreten Hilfstransporten, um Leid und Not vom Kriegsgeschehen betroffener Ukrainer zu lindern. Ein Ende dieses unfassbaren Konflikts ist leider nicht abzusehen, und man kann offensichtlich nach vier fürchterlichen Kriegsjahren nur beten, dass die Ukraine hoffentlich bald Frieden in Freiheit findet und nicht erneut von einem imperialen und autoritären Russland "verschluckt” wird.  


Heute stammen 20 Prozent der weltweiten Zuckerproduktion auf allen Kontinenten aus Rüben. Begonnen wurde vor 225 Jahren mit der Produktion von Rübenzucker in Schlesien (S. 44).


Unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ findet am 13. September 2026 der bundesweite Tag des Denkmals statt (www.tag-des-offenen-denkmals.de). Auch in Görlitz, der Stadt mit den meisten Baudenkmälern in Deutschland – etwa 4.000 – können wieder zahlreiche historische Gebäude und Attraktionen besichtigt werden, die sonst nicht frei zugänglich sind: www.goerlitz.de/Tag-des-offenen-Denkmals.

Höhepunkt des diesjährigen Denkmaltages in der “Denkmalhauptstadt Deutschlands” an der Neiße wird jedoch das Museumsfest unter dem Motto “Schön, dass Sie da sind!”  am Untermarkt und in der Brüderstraße sein, bei dem das Doppeljubiläum 500 Jahre Schönhof und 20 Jahre Schlesisches Museum gefeiert wird (S. 50).


Vor 200 Jahren erschien mit Eichendorffs Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts“ eines der Standardwerke der deutschen Romantik. Im Zeitalter der zunehmend das Seelenleben der Menschen und die Schöpfung gleichermaßen angreifenden Hochtechnologie bis hin zur herausfordernden „Künstlichen Intelligenz“ ist die Geschichte vom jungen Müllerssohn, der mit seiner Geige voller Lebensfreude und Gottvertrauen durch die von ihm innig wahrgenommene und besungene Natur zieht, aktueller denn je. Das Taugenichts-Lied „Wem Gott will rechte Gunst erweisen …“ gehört bis heute zu den beliebtesten deutschen Volksliedern. Das Oberschlesische Landesmuseum lädt aus Anlass des Taugenichts-Jubiläums gleich zu mehreren Veranstaltungen ein (S. 56).

Die September-Ausgabe ist ab 1.9. online erhältlich. Vorbestellungen bitte an info@senfkornverlag.de

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