• 28. Januar 2019
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Gebhardt von Moltke verstorben

Am 6. Januar starb in Berlin im Alter von 80 Jahren der Diplomat Gebhardt von Moltke (1938-2019).
Er wurde am 28. Juni 1938 auf Gut Wernersdorf im Landkreis Breslau geboren. Sein Vater war der Gutsbesitzer und Botschafter Hans-Adolf von Moltke (1884-1943), der in Madrid starb. Angeblich wurde er von der GESTAPO dort ermordet, weil Verbindungen zum Widerstand gegen Hitler hatte.

Gebhardts Mutter war eine geborene Davida Yorck von Wartenburg (1900-1989), ihr jüngerer Bruder war Peter Yorck von Wartenburg (1904-1944), Widerstandskämpfer im „Kreisauer Kreis“ in Schlesien. Sein Schwager war Helmuth James von Moltke (1907-1945), der Gründer des „Kreisauer Kreises“, der Gebhardts Onkel war. Die Mutter Davida von Moltke kam nach der Flucht aus Schlesien 1945 mit ihren acht Kindern ins schwäbische Kirchheim/Teck, der Heimatstadt des Theologen und späteren Bundestagspräsidenten (1954/1969) Eugen Gerstenmaier (1906-1986), der auch dem „Kreisauer Kreis“ angehört hatte.

Einer seiner Vorfahren war Helmuth von Moltke in Mecklenburg, genannt „Der große Schweiger“, der 1846 in preußische Dienste trat und nach dem Krieg gegen Frankreich 1870/71 zum Generalfeldmarschall ernannt wurde. Von 1971 bis 1977 arbeitete Gebhardt von Moltke in den deutschen Botschaften in Moskau und Jaunde/Kamerun. Anschließend kehrte er ins Auswärtige Amt nach Bonn zurück. Später wurde er Beigeordneter Generalsekretär für Politische Angelegenheiten bei der NATO in Brüssel und 1997 Botschafter in London. Er war Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Britischen Gesellschaft und wurde 1998 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz und 2003 mit der Ehrendoktorwürde der University of Birmingham ausgezeichnet.

Jörg Bernhard Bilke