Görlitzer OB Octavian Ursu (re.) mit Rafał Gronicz, Bürgermeister polnisches Görlitz/Zgorzelec
Foto: Stadt Görlitz
Görlitz erlebt in den nächsten Jahren mit über 500 Millionen Euro den größten Investitionsschub seit der Wiedervereinigung, so Oberbürgermeister Octavian Ursu Anfang September im Gespräch mit der „Sächsischen Zeitung“. In den vergangenen Jahren sei vieles in Gang gesetzt worden, um die Stadt für junge Menschen interessanter zu machen, zum Beispiel moderne Straßenbahnen und Infrastruktur, eine grenzüberschreitende Wärmeversorgung sowie die Stadthalle.
Octavian Ursu: „Wir sind eine schöne Stadt, eine historisch attraktive Stadt, aber wir brauchen diese zukunftsgerichtete und moderne Seite“. Deswegen werde eine neue Oberschule gebaut, um junge Lehrer anzuziehen und an der Hochschule seien neue Studiengänge etabliert worden. In den kommenden Jahren sollen Schulen, Sportstätten und das Neiße-Bad ausgebaut werden. Weiter sei die Entwicklung einer internationalen Schule in Görlitz geplant. Die großen Investitionen der international agierenden Forschungszentren wie das Deutsche Zentrum für Astrophysik oder das Casus-Institut und das Senckenberg-Naturkundemuseum gelte es voranzubringen. Die Stadt werde sich weiter für den Erhalt des Gerhart Hauptmann- Theaters sowie die Sanierung und Wiedereröffnung des Jugendstil-Kaufhauses einsetzen.
Der Zuzug aus Polen nehme wegen des starken Aufschwunges im Nachbarland ab, aber davon würde Görlitz „als Stadt in zwei Ländern“ profitieren. Daher gelte es die Beziehungen nach Polen auszubauen. Auch die beiden Industriekonzerne, Siemens Energie und das Rüstungsunternehmen KNDS zeigen sich als zuverlässige Investoren. Der Tourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor der Stadt entwickelt sich weiter positiv.
Dabei agiert Octavian Ursu ohne „Brandmauer“: „Das Wort habe ich nie verwendet und ich habe auch immer wieder darum gebeten, dass wir die Landes- und Bundespolitik beiseitelassen, weil wir im Stadtrat diese Probleme nicht lösen werden. Wir sollten uns alle im Stadtrat auf die Dinge konzentrieren, die uns für die Stadt wichtig sind.“ (Sh)







