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Die neunte Vitrine kehrt nach Fürstenstein/Książ zurück

Von rechts: Geschäftsführerin Dorota Karolewska, Pressesprecher Mateusz Mykytyszyn, Leiterin der Museumsabteilung Katarzyna Sielicka, Foto: Schloss Fürstenstein

Nach über achtzig Jahren werden neun Vitrinen aus dem 18. Jahrhundert, die Konrad Ernst Maximilian Graf von Hochberg eigens für das Schloss Fürstenstein in Auftrag gegeben hatte, wieder vereint sein. Die letzte davon, die sich in den Beständen des Nationalmuseums in Warschau befindet, wird dem Waldenburger Schloss direkt und unentgeltlich als Leihgabe überlassen. Zusammen mit ihr wird auch ein Tisch aus demselben historischen Möbelsatz, der ursprünglich für eine Skulptur oder einen Blumentopf bestimmt war, nach Fürstenstein gelangen. Dies ist ein symbolischer Moment der historischen Gerechtigkeit – ein Möbelsatz, der über zwei Jahrhunderte lang zusammenblieb und erst nach dem Zweiten Weltkrieg getrennt wurde, kehrt an seinen Ursprungsort zurück.


„Das ist ein äußerst wichtiger Moment für Fürstenstein/Książ. Acht Vitrinen befinden sich bereits im Schloss, und nun kommen eine neunte sowie ein weiteres Originalelement desselben Möbelsatzes hinzu. Mehr als dreihundert Jahre nach der Herstellung dieser Möbelstücke und mehr als achtzig Jahre nach ihrer Zerstreuung können wir sie wieder an dem Ort ausstellen, für den sie geschaffen wurden. Das ist der beste Beweis dafür, wie viel durch die Zusammenarbeit von Museen erreicht werden kann“, so Dorota Karolewska, Geschäftsführerin des Schlosses in Waldenburg/Wałbrzych.

Die barocken, verglasten und reich verzierten Vitrinen wurden nach 1722 im Auftrag von Konrad Ernst Maximilian, Graf von Hochberg und Freiherr zu Fürstenstein, angefertigt. Sie gehörten zur Ausstattung seines berühmten Kunstkabinetts: eines Kabinetts für Kunst und Kuriositäten. Bereits 1735 vermerkte Gottfried Scharf, dass sich im fürstlichen Kabinett neun rot und goldfarben lackierte Schränke befanden, in denen unter anderem Münzen, Steine, Kristalle, Mineralien, Muscheln und verschiedene „Artificialia et Naturalia“ aufbewahrt wurden. In den folgenden Jahrhunderten blieben die Vitrinen ein Bestandteil der Einrichtung von Fürstenstein. Sie sind auch auf Fotografien der Schlossinnenräume aus dem frühen 20. Jahrhundert zu erkennen, unter anderem auf Aufnahmen aus dem Jahr 1909 sowie auf einem Foto, das 1920 von Louis Hardouin aufgenommen wurde.

Ein wichtiger Aspekt in der Geschichte dieser Möbel ist die Tatsache, dass der Möbelsatz während des Krieges nicht auseinandergerissen wurde. Im Jahr 1944 wurden auf Initiative der Fürstenfamilie von Hochberg neun Vitrinen aus Fürstenstein in das Schloss ihrer Verwandten in Rohnstock/Roztoka gebracht. Dort überstanden sie bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Erst nach der Verstaatlichung des Schlosses und der Einrichtung eines Nachkriegs-Museumsdepots in Rohnstock wurde das Möbelensemble aufgeteilt. Acht Vitrinen gelangten schließlich in die Bestände des Nationalmuseums in Posen und dessen Außenstelle in Rogalin, während die neunte nach Warschau kam. Ihre Nachkriegsgeschichte war besonders interessant. Das Möbelstück wurde zur Ausstattung von Regierungsgebäuden im Königlichen Łazienki-Park verwendet. Als Leihgabe der Kanzlei des Ministerpräsidenten befand es sich im „Palast auf dem Wasser“ in Łazienki. Erst in den 1970er Jahren kehrte es ins Nationalmuseum in Warschau zurück. M. Ilgmann

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Schlesien heute Nr. 1 2025