SOS für die Bogenbrücke am Stausee Mauer

Für die Rettung einer besonderen Bogenbrücke am Stausee Mauer/Pilchowice in Niederschlesien setzt sich der Verein zur Pflege schlesischer Kunst und Kultur (VSK) mit Sitz in Görlitz und Buchwald/Bukowiec ein. Wie der VSK-Vorsitzende Christopher Schmidt-Münzberg mitteilt, soll das wertvolle Technikdenkmal für die nächste belanglose Hollywood-Produktion von „Mission Impossible / Tom Cruise“ gesprengt werden. Christopher Schmidt- Münzberg: „Für eine 10 Sekunden Einstellung eines Mainstream-Schinkens fliegt ein bedeutendes Industriedenkmal in die Luft. Die Sprengung der Brücke ist bereits für den späten August/frühen September 2020 vorgesehen.“

Die polnische Eisenbahn erklärt als Eigentümer, dass die Brücke „in schlechten Zustand“ sei, und nicht für die Revitalisierung im Zuge des Programms „Bahn +“ vorgesehen ist“. Dazu Christopher Schmidt-Münzberg: „Als Architekt in Rücksprache mit verschiedenen, mir bekannten Bauingenieuren und Stahlbaufachleuten sage ich: Die Brücke müsste mal eingerüstet, gestrahlt und neu mit Rostschutzfarbe beschichtet werden. Dann wäre das Bauwerk für die nächsten 111 Jahre zu nutzen.

Die 1908 gebaute Brücke, die einst die Eisenbahn über den See führte, ist ziemlich einzigartig konstruiert durch den negativen Druckbogen. Hintergrund dieser Konstruktion war wohl u.a. das Bemühen, die Brücke optimal in die einzigartig pittoreske Landschaft einzubinden. Wir sprechen hier über ein technisches Denkmal erster Klasse und ein wichtiges Industriedenkmal weit überregionaler Natur.“

Der niederschlesische Denkmalschutz versuche, die Brücke durch Eintragung in das nationale Schutzregister noch zu retten. Es sei aber vollkommen unklar, wie die übergeordneten Behörden in Warschau reagieren werden. Um so wichtiger sei es in der Öffentlichkeit und auf die Politik Druck zu machen, um diese Barbarei mitten im (noch)zivilisierten Europa zu verhindern.

vskschlesien.de

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