Gut besuchter „Schlesischer Abend“ mit Dr. Rafał Dutkiewicz in Berlin

Dr. Rafał Dutkiewicz (li.) und Alfred Theisen 


Rund 120 Besucher konnte der Vorsitzende der Stiftung Haus Oberschlesien, Sebastian Wladarz, am 17. Juni 2022 zum „Schlesischen Abend“ mit Buchpräsentation der „Zauberer von Breslau“ und Gespräch mit dem Breslauer Oberbürgermeister a. D. Dr. Rafał Dutkiewicz in der Landesvertretung Niedersachsen in Berlin begrüßen.


Eingeladen hatten die Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin, der Verein Haus Schlesien, die Stiftung Haus Oberschlesien, der Kulturreferent für Oberschlesien beim Oberschlesischen Landesmuseum und der Görlitzer Senfkorn Verlag.


Der Görlitzer Verleger Alfred Theisen moderierte den Dialog mit dem langjährigen Breslauer Stadtpräsidenten, der ohne Parteibuch mit traumhaften Wahlergebnissen von bis zu 80 Prozent der Stimmen viermal wiedergewählt wurde. In seiner Amtszeit wurde Breslau von der wenig wahrgenommenen niederschlesischen Provinzhauptstadt wirtschaftlich und kulturell zur „Blume Europas“.


In dem ebenso spannenden wie humorvollen Gespräch erfuhren die Gäste Hintergründe, wie durch eine geschickte Standortpolitik - die erfolgreich um Studenten warb, neue Hochschulen ins Leben rief, Museen und Musikhäuser ausbaute, Gewerbegebiete und Infrastruktur vom Flughafen bis zu über 60 Brücken und der dreispurigen Autobahnumgehung schuf, den Fremdenverkehr als Wirtschaftsfaktor ausbaute – Breslau Stadt und Land mehr als jede andere Region Polens Investoren gewinnen konnte.


Den Gästen wurde vor Augen geführt, dass der heutige Glanz Breslaus kein Schicksal war, sondern Ergebnis einer klugen Politik, die maßgeblich von Dr. Rafal Dutkiewicz gestaltet wurde. Auch seine herausragende Rolle in der Solidarnosc-Ära der 1980er Jahre, seine Erlebnisse mit prominenten Zeitgenossen wie dem Dalai Lama, Fritz Stern, Barak Obama oder Frank-Walter Steinmeier wurden thematisiert.


Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine betonte er die Notwendigkeit der Vertiefung und Erweiterung der Europäischen Union zur Sicherung von Frieden und Freiheit der Ukraine und ganz Europas.  Er zitierte aus seiner Dankesrede zur Verleihung des Erich-Kästner-Preises der Stadt Dresden, in er schon 2016 mit Blick auf mögliche Bedrohungen Europas warnte: „Die erste dieser Bedrohungen heißt Putin. Der Herrscher von Russland, der sich bereits einen Teil der Ukraine einverleibt hat, träumt, so scheint mir, von weiteren Annexionen und scheut auch nicht vor dem Gedanken an Krieg zurück. Dieser Krieg könnte das Ausmaß eines Weltkriegs annehmen.“


Rafał Dutkiewicz: Der Zauberer von Breslau, 212 Seiten, gebunden, reich bebildert, Görlitz 2021, 19.90 Euro zzgl. Versandkosten erhältlich bei Schlesische Schatztruhe, Brüderstraße 13, 02826 Görlitz, Tel. 03581/402021, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und im Onlineshop.


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