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Oberschlesisches Tagebuch (stark gekürztes Editorial aus "Oberschlesien" Nr. 17/2006)
Herbert Hupka hat kein hohes staatliches Amt in der Bundesrepublik Deutschland bekleidet und doch ist er bekannter als mancher Minister oder Spitzenpolitiker unserer Tage. Wie der Name keines anderen ist der seinige mit einer alten deutschen und heute wieder aufstrebenden europäischen Kulturlandschaft verbunden, mit Schlesien. Dieser einstigen preußischen Provinz Schlesien, in die er hineingewachsen war, mit ihrer großartigen Kulturgeschichte, ihrer einst pulsierenden Wirtschaft und hohen Zivilisation, ihrer abwechslungsreichen, faszinierenden Landschaft, aber auch ihrem bewegenden Schicksal im vergangenen Jahrhundert, mit roten und braunen Diktatoren, mit deutschen, polnischen und russischen Unmenschen und Mördern, mit Krieg und Vertreibung, mit ihren Blütezeiten und mit ihren tiefsten Wunden, diesem Schlesien, mit dem er sich fortwährend beschäftigte und das er vielleicht besser als jeder andere kannte, galt seine große lebenslange Liebe und sein ganzes Lebenswerk, praktisch bis zum letzten Atemzug... Der Tod von Herbert Hupka, der Verlust seiner charismatischen Erscheinung, seines wachen Urteils und seines bis zuletzt ungebrochenen geistigen Schaffens bedeutet eine Zäsur, eine nicht zu füllende Lücke in der Arbeit für Schlesien, in den Reihen der deutschen Schlesier. Sein Vorbild, seine geistige Regsamkeit, seine bewundernswerte Selbstdisziplin, sein unglaublicher Fleiß und seine Freude an Schlesien sowie seine Liebe zu Schlesien bleiben jedoch Auftrag für all jene, die sich ihm und Schlesien verbunden fühlen. Alfred Theisen |