| Der Umgang mit dem deutschen Kulturerbe in Schlesien nach 1945 (Marek Zybura) Dokumentation über den bemerkenswerten Wandel in der Bewertung und Behandlung der deutschen Geschichte im polnischen Schlesien. Die heutige Bevölkerung Schlesiens identifiziert sich offen mit seiner Geschichte, was z. B. in der Verwendung des alten schlesischen Wappens für die Wojewodschaft Niederschlesien seinen Ausdruck findet. Diese Entwicklung und Wende im Bewußtsein beschreibt Prof. Marek Zybura von der Universität Breslau in der vorliegenden Schrift, die bisher nur in polnischer Sprache vorlag, und nun in deutscher Fassung mit einem dokumentierenden Anhang erscheint. Impressionen aus der Kulturlandschaft Schlesien, Band 3
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| Das deutsche Kulturerbe ist derzeit in Schlesien präsent wie selten zuvor. In gemeinsamer Anstrengung restaurieren polnische und deutsche Konservatoren Denkmäler, die lange Zeit dem Verfall preisgegeben waren.
Nach der politischen Wende in Polen hat eine bemerkenswerte Veränderung im Umgang mit Kulturdenkmälern stattgefunden, die lange Zeit nicht als schützenswert betrachtet wurden. In der Volksrepublik Polen sollten nach offiziellen Vorgaben auch steinerne Zeugnisse wie Kirchen oder Friedhöfe „entdeutscht“ und „repolonisiert“ werden.
Vereinzelt fanden aber schon in kommunistischer Zeit Denkmalschützer aus dem polnischen gewordenen Breslau Mittel und Wege, sich den Vorgaben Warschaus entgegenzustellen. Heute spricht man vom gemeinsamen Kulturerbe, das für die Nachwelt erhalten werden soll. Vielleicht wird die 1913 erbaute Jahrhunderthalle in Breslau bald in die Unesco-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Marek Zybura wird in einem Vortrag am 20. Juni 2006 im Schlesischem Museum zu Görlitz diese Wandlungen im Umgang mit dem deutschen Kulturerbe und der deutschen Geschichte in Schlesien nach 1945 vorstellen. Prof. Dr. Marek Zybura (geb. 1957) leitet seit 2004 die Abteilung für Germanistik am Willy-Brandt-Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität Breslau. Zur vor lehrte er u. a. an den Universitäten in Leipzig, Düsseldorf, Dresden und Oppeln. Der Germanist trat mit einer Untersuchung zu August Scholtis (1901-1969) hervor und ist ein hervorragender Kenner der deutsch-polnischen Beziehungen im 20. Jahrhundert. Dr. Michael Parak, Kulturreferent Stiftung Schlesisches Museum zu Görlitz |